Blutegeltherapie

Ausleitende Therapieverfahren haben in der Naturheilkunde ihren festen Platz.
Der Ausleitung liegt im ursprünglichen Sinn die Vorstellung zugrunde, dass durch eine fehlerhafte „Zusammensetzung der Säfte“ eine Störung des Befindens eingetreten ist und durch ein entsprechendes Herauslassen der Säftemischung eine Besserung oder sogar Heilung erzielt werden kann.
Ein solches Verfahren ist z.B. der Aderlass oder Nieren- und Darmtätigkeit anregende sowie schweißtreibende Anwendungen .

Auch die Blutegeltherapie gehört dazu. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, welche ausgezeichnete Wirkung die Behandlung mit lebenden Blutegeln auf Gelenkarthrosen, Tennis- und Golfarm, Durchblutungsstörungen, Venenerkrankungen und rheumatische Krankheitsbilder haben kann.
Foto Quelle: © Rainer Sturm/Pixelio

Dabei werden mehrere Egel im erkrankten Bereich angesetzt , wo sie sich zunächst festbeißen, was nur wie ein leichtes Kribbeln oder Zwicken zu spüren ist. Dort geben die Egel ihren Speichel in die Bissstelle, dessen Inhaltsstoffe die Gerinnung hemmen. Sie saugen dann solange, bis sie von allein loslassen und abfallen . Das kann zwischen 30 und 90 min. dauern. Durch die gerinnungshemmenden Substanzen beginnt jetzt eine ca. 12-stündige Nachblutung, die nicht durch Kompression behindert oder gestoppt, sondern mit einem Saugverband aufgefangen werden sollte.
Die mit dieser Behandlung einhergehende Entlastung und Entstauung des erkrankten Gewebes, wird vom Behandelten meist schon kurz darauf als wohltuend und schmerzlindernd empfunden, sodass wieder normale Bewegungsabläufe möglich werden und längerfristige Beschwerdefreiheit bestehen kann.

Ein interessanter Beitrag zum Thema beim NDR:
Blutegel gegen Gelenkschmerzen